Mit dem Therapiehaus Fürstenwald verfügt die Kinder- und Jugendpsychiatrie über eine Sonderschule mit Externats- und Internatsbetrieb für schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die vorübergehend die öffentliche Schule aus psychischen Gründen nicht besuchen können.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf – wir sind für Sie da.

Schulbetrieb

Die Schule des Therapiehauses Fürstenwald bietet 13 Internats- und 13 Externatsplätze für schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die vom Schulpsychologischen Dienst zugewiesen werden, da sie aus psychischen Gründen die öffentliche Schule vorübergehend nicht besuchen können. Ziel des Aufenthaltes ist es, die Schülerinnen und Schüler wieder in die öffentliche Schule integrieren zu können.

Kürzere Aufenthaltsdauern, intensive (familien-)therapeutische Arbeit und eine enge tägliche Zusammenarbeit zwischen schulischen Heilpädagogen, Sozialpädagogen, Psychologen und Fachärzten unterscheiden das Therapiehaus von anderen Sonderschulen.

Die Schule bietet Unterricht auf allen Stufen, von der ersten Primar- bis zur dritten Oberstufenklasse. Sie orientiert sich an den Stoffplänen der öffentlichen Schule und ist bestrebt, die einzelnen Schülerinnen und Schüler zu reintegrieren und sie für ihre künftige Schule soweit vorzubereiten, dass sie in der neuen Umgebung gut bestehen können. Der Unterricht dauert von 8.05 Uhr bis 13.10 Uhr (6 Lektionen). Das Wochenpensum der Schülerinnen und Schüler beträgt somit höchstens 30 Lektionen.

Die unterrichtenden Lehrpersonen verfügen grösstenteils über eine heilpädagogische Ausbildung. Der Logopädie-Unterricht ist ebenfalls Bestandteil des Schulkonzepts.

Die Oberstufenschülerinnen und -schüler werden bei ihrer Berufsfindung von ihren Lehrpersonen und den Bezugspersonen in den Gruppen intensiv unterstützt. Die enge Zusammenarbeit der Schule mit den betroffenen Familien sowie den Bereichen Sozialpädagogik (z.B. Schulassistenz, gemeinsame Aktivitäten) und Therapie (z.B. Familienklassenzimmer) trägt zu einer optimalen Entwicklung der Schülerinnen und Schüler bei.

«Häufig gelingt eine Reintegration auch in Fällen, die von Beginn weg als schier unlösbar galten.»

Maurizio Biondo

Schulleiter Sonderschule Therapiehaus Fürstenwald

Therapie

Die Ursachen und Gründe für Krisen in der Entwicklung eines Kindes können sehr vielfältig sein. Die Familien sind von Krisen des Kindes immer mitbetroffen. Deswegen ist uns der intensive Einbezug der Familie in unsere Arbeit wichtig. Die Familien und die Fachpersonen unterstützen sich dabei gegenseitig.

Im Bereich Therapie gibt es unterschiedliche Angebote: Breite, dem aktuellen wissenschaftlichen Stand entsprechende medizinische und psychologische Diagnostik, medizinisch-therapeutische und psychologische Beratung, Psychotherapie in unterschiedlicher Ausrichtung und Form (Familien-, Multifamilien-, Einzel- und Gruppen-Therapien) sowie Ergotherapie. Die Therapien sind Teil der interdisziplinären Gesamtbehandlung im Therapiehaus Fürstenwald. Sie orientieren sich an den Zielen der Familien und dem übergeordneten Ziel einer schulischen Reintegration.

Sozialpädagogik

Die Sozialpädagogen übernehmen in Absprache stellvertretend die Aufgabe der Eltern (Bezugspersonensystem) und beziehen diese als Partner eng in den Alltag mit ein. Sie unterstützen die Schülerinnen und Schüler in schulischen Belangen (z.B. Hausaufgabenbetreuung) und betreuen auch während der Schulzeit diejenigen Kinder aus der Gruppe, die noch nicht fähig sind, dem Unterricht während der ganzen Schulzeit zu folgen. Die Internatswoche dauert von Montag, 8.00 Uhr bis Freitag, 16.20 Uhr. Die Externatsschülerinnen und -schüler kommen täglich um 8.00 Uhr und verlassen das Therapiehaus Fürstenwald um 16.20 Uhr. Die geschlechtergemischte Gruppe bietet Gelegenheit, miteinander den Alltag zu erleben und soziales Lernen einzuüben.

Im stationären Bereich erweitert sich das Angebot am späteren Nachmittag, am Abend und während der Morgenzeit auf Freizeitgestaltung und lebenspraktische Angebote (auch ausserhalb der Institution). Die Kinder und Jugendlichen sollen mit unserer Unterstützung vermehrt ihre Fähigkeiten erkennen, diese ausüben und somit positive Erfolge im Alltag erleben und teilen können.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit mit Schule und Therapie hat einen zentralen Stellenwert. Im gesamten Prozess vom Eintritt bis zum Austritt werden regelmässig die Ziele von den Zuweisenden, den Eltern, aber auch den Kindern bzw. Jugendlichen festgelegt. Wichtig ist uns die Wertschätzung und der Respekt gegenüber dem Kind oder Jugendlichen und deren Eltern. Wir unterstützen das soziale Netzwerk unter Einbezug der Ressourcen und Besonderheiten. Uns ist wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler ihrem Lerntempo entsprechend individuelle Entwicklungsschritte machen können.

Wir ermöglichen Lernfelder, um Selbstkompetenzen zu erlangen und vorhandene Fähigkeiten zu stärken. Wir wollen gute und tragende Beziehungen aufbauen, die von Vertrauen, Humor, Offenheit und gemeinsamen Erfahrungen geprägt sind. Zusammen mit den Schülern und Eltern entwickeln wir Kontinuität, Verlässlichkeit, klare Grenzen und eine adäquate Konflikt- und Reflexionsfähigkeit.

Impressionen

Videos

Jugendlich – wenn plötzlich nichts mehr geht (Teil 4) – Monatsthema Mai 2022
Bettina Ott Guyan, Leitende Jugendanwältin der Staatsanwaltschaft Graubünden, Rico Caratsch, Chef Jugenddienst der Kantonspolizei Graubünden und Benjamin Krexa, Chefpsychologe Kinder- und Jugendpsychiatrie diskutieren zum Thema «Jugendgewalt». Anhand einer Beispielgeschichte wird das Zusammenspiel der Institutionen aufgezeigt.

Jugendlich – wenn plötzlich nichts mehr geht (Teil 1) – Monatsthema Mai 2022
Ein junger Erwachsener, der mit 13 Jahren mit dem Kiffen begonnen hat erzählt, wie die Konsumation von Drogen zur Gewohnheit wurde… Margrith Meier, Betriebsleiterin Ambulatorium Neumühle Chur erklärt, welche Hilfsangebote bei Suchtproblemen bestehen.

Jugendlich – wenn plötzlich nichts mehr geht (Teil 3) – Monatsthema Mai 2022
Wenn der Platz in der Schule leer bleibt… Schulverweigerung ist ein Problem, welches in den letzten Jahren immer grösser wurde – Ursachen dafür gibt es verschiedene. Karin Gnos, Mutter und Angehörige erzählt, welche Erfahrungen sie mit ihrem Sohn gemacht hat und wie sie gemeinsam eine Lösung gefunden haben. Roland Kurmann, Bereichsleiter Sozialpädagogik, beschreibt Ängste von Jugendlichen und erklärt, wie ihnen geholfen werden kann.

Jugendlich – wenn plötzlich nichts mehr geht (Teil 2) – Monatsthema Mai 2022
Welche Themen beschäftigen Jugendliche? Schülerinnen und Schüler der Berufswahlschule Chur geben einen Einblick. Maria Brasser-Michel, Lehrerin und Ariane Bearth-Riatsch, Schulmentorin zeigen Vorgehensweisen und Herausforderungen ihres Berufsalltags auf.

Situationsplan

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