März 2026
Neues lernen, Verantwortung tragen, Ziele verfolgen – und zwar im eigenen Tempo. Deshalb hat sich Andrea entschieden, vom ersten Arbeitsmarkt in die geschützte Werkstätte der ARBES zu wechseln.
Der gelernte Printmedienverarbeiter EFZ kennt beides: Den Zeitdruck in der freien Wirtschaft ebenso wie die wohlwollenden Arbeitsbedingungen bei der ARBES. Mittlerweile weiss er auch genau, wo er hingehört.
«Hier darf ich in meinem eigenen Tempo arbeiten», führt der 33-jährige betreute Angestellte aus. Er weiss inzwischen, wie sehr ihm diese Freiheit hilft: Nur so kann er sich voll und ganz auf sein Handwerk konzentrieren und seine Arbeiten einwandfrei abliefern.
Seit einem halben Jahr ist Andrea am ARBES-Standort Rothenbrunnen in der Druckerei beschäftigt. Zuvor war er bereits im Rahmen eines beruflichen Integrationsprogramms hier tätig und kehrte im Anschluss in den ersten Arbeitsmarkt zurück. Nun ist er erneut Teil der ARBES-Familie – und fühlt sich endlich am richtigen Platz: «Die Erfahrung war wichtig für mich, ich kenne nun beide Seiten, und weiss, wo ich hingehöre», erklärt der aufgeweckte junge Mann.
Bei seiner Arbeit blüht er auf:
In der Druckausrüstung geht es ins Detail; es geht um Feinheiten und Präzision.
Haargenau misst Andrea die Millimeter auf dem Papierbogen aus, programmiert die Schneidemaschine und platziert einen Stapel Hefte so präzise, dass die gewünschte Schnittkante exakt unter dem Laserstrahl erscheint. Er justiert noch einmal nach, streicht das Papier glatt und fährt den Seitenfalz der Hefte nach, damit Kante auf Kante liegt. Dann fixiert er den Stapel mithilfe eines Gewichts und nimmt seine Hände aus der Sicherheitszone heraus.
– Ratsch! – Binnen einer Sekunde hinterlässt die Maschine eine messerscharfe Kante und zudem die fertigen Hefte. Andrea kontrolliert nach, sein kritischer Blick erkennt jede Unstimmigkeit. Aber diesmal ist er zufrieden. Die Lieferung darf konfektioniert, verpackt und an den Kunden versendet werden.
Struktur finden
«Ich liebe Ordnung und Struktur, bei der Arbeit ebenso wie in meinem Alltag», kommt Andrea ins Erzählen. Die feste Tagesstruktur schenke ihm einen sicheren Hafen, der ihn durch die Woche trägt, ihn motiviert, ja sogar seinen Ehrgeiz geweckt hat: Er möchte sich in der geschützten Werkstätte nicht nur gesundheitlich festigen, sondern auch fachlich weiterentwickeln.
Er weiss: Ziele sind wichtig im Leben.
Sich neue Ziele zu setzen, hat ihm geholfen, nach vorne zu schauen.
Das wissen auch die Fachbetreuerinnen und Fachbetreuer der ARBES. Ihnen ist es wichtig, die betreuten Angestellten in ihren Stärken zu fördern und in ihrem Tun zu bestätigen. Dazu gehört in Andreas Fall, ihm Schritt für Schritt Verantwortung zu übertragen. Die Arbeit in der Druckerei besteht aus der Vorstufe, dem Druck selbst und der Weiterverarbeitung. Andrea war in seiner Ausbildung auf den letzten Prozessschritt fokussiert, nun darf er sich in den anderen beiden Schritten ausprobieren, viel Neues dazulernen und, so hofft er, bald auch schon vollständige Druckprojekte verantworten.
Ruhe geniessen
Andrea ist ein kluger Mensch. Er denkt über vieles nach, was auf der Welt gerade passiert. Er informiert sich und bildet sich seine eigene Meinung. Gleichzeitig ist er eine eher zurückhaltende Person, die stille Momente geniesst und regelmässig Ruheoasen aufsucht. Auch deshalb habe er sich für die ARBES als Arbeitgeberin entschieden: «Wir haben viel Natur um uns herum und können die Pausen im Freien geniessen.»
Akzeptanz statt Alltagshektik –
das hat Andrea in die ARBES zurückgeführt und wird ihm helfen, sich weiterzuentwickeln.
Die geschützten Werkstätten sind mit rund 230 betreuten Angestellten ein wichtiger Bereich der Psychiatrischen Dienste Graubünden. Sie beschäftigen Menschen mit unterschiedlichen, psychischen Beeinträchtigungen und bieten ihre Dienstleistungen intern für die PDGR, aber auch extern für Privatkunden und die öffentliche Hand an.