Juni 2023

Eine Lehre bei der ARBES? Mit Vergnügen! Zum Beispiel in der Floristik oder in der Gärtnerei.

Jessica und Rachele sind sich einig: In ihrer Ausbildung bei der ARBES in Chur blühen sie beruflich auf. Theorie, Produktion, Gestaltung, Beratung und Kundenkontakt – alles ist dabei.

Jessica wischt sich die feuchte Erde von den Händen und streift ihre halblangen Haare hinters Ohr. Geschafft. Die Tomaten sind gesetzt, die Sommerblumen umgetopft und der Salat ist gegossen. «Meine Aufgaben sind über das ganze Jahr hinweg vielseitig und interessant», strahlt die 20-jährige Felsbergerin.»

Sie schliesst demnächst ihre Lehre als Gärtnerin EBA ab. Diese hat sie in der ARBES-Gärtnerei absolviert.

Für die theoretische Prüfung müsse sie noch etwas lernen. Aber weil das Interesse da sei, würde sie das sicher schaffen. Mehr Spass allerdings mache ihr die Arbeit auf den Gemüsefeldern, in den Gewächshäusern oder an den Blumenbeeten, die direkt neben dem ARBES-Lädali gepflegt werden. «Bei der Arbeit geniesse ich auch die Ruhe. Ich mag es, wenn ich meine Aufgaben selbstständig erledigen darf.»

Die ARBES-Lehre bietet beides: Eigenverantwortung und Unterstützung

Auch eine professionelle Kundenberatung gehört zu den Aufgaben eines Gärtners oder einer Gärtnerin dazu. So kommt es etwa immer wieder vor, dass Jessica Pflegetipps zu einzelnen Pflanzen geben muss. Anfangs war das für sie eine Herausforderung – auch, weil sie sich das Fachwissen ja erst aneignen musste. «Aber ich habe gelernt, gelassen damit umzugehen und hole mir bei Kolleginnen oder bei meinem Vorgesetzten Rat, wenn ich einmal eine Frage nicht beantworten kann.»

Das sei eben lässig bei der ARBES: Man helfe sich gegenseitig. Ihre Ausbildungs-Verantwortliche habe immer ein offenes Ohr, und auch die Lernenden untereinander hätten einen guten Zusammenhalt. In der Regel betreuen ARBES-Gärtnerei und ARBES-Floristik je 3 bis 4 Lernende. Nicht selten entstehen dabei echte Freundschaften: «Wir verstehen uns super und unternehmen auch privat viel gemeinsam», erzählt Jessica.

Eine gute Arbeitskollegin ist Rachele: Die angehende Floristin EFZ ist im zweiten Lehrjahr und ebenfalls am ARBES-Standort Chur tätig.

Rachele darf um ein Lehrjahr verkürzen, da sie zuvor bereits eine Ausbildung als Tontechnikerin absolviert hat. Gehen die beiden Berufe denn zusammen? «Ich habe gemerkt, dass mir das Handwerkliche fehlt, deshalb habe ich mich neu orientiert», so die 24-Jährige.

Aufgewachsen im Puschlav, hat sie zuletzt in Zürich gelebt. In Chur gefällt es ihr aber nun viel besser. Nicht nur, weil sie hier ihrem Zuhause näher ist, sondern auch, weil die Ausbildung genau das ist, was ihr Spass macht: «Ich bin ein Naturmensch und mag es, mit dem Rhythmus der Jahreszeiten zu gehen. In der Floristik arbeiten wir saisonal, das bringt viel Abwechslung.»

Schneiden, stecken, gestalten – Racheles Hände huschen flink über die Arbeitsplatte, geschickt wachsen die langstieligen Schnittblumen zu einem farbenfrohen Strauss zusammen. «Ich nehme mir gerne Zeit, um Neues dazuzulernen», erzählt sie dabei. Aber wenn viel los sei, müsse man schon auch mal die eigene Kreativität bremsen, damit alles zügig fertig werde: beispielsweise für den Weihnachtsverkauf, in der Vorbereitung auf den Bazar oder bei den langen Verkaufssamstagen.

Eine Fachausbildung mit sozialem Mehrwert

Die ARBES ist die geschützte Werkstätte der Psychiatrischen Dienste Graubünden mit rund 200 betreuten Angestellten im zweiten Arbeitsmarkt. Diese sind an den Standorten Chur, Rothenbrunnen und Roveredo tätig und werden von Fachpersonen betreut, die zusätzlich über eine agogische Ausbildung verfügen. Daneben bietet die ARBES auch handwerkliche Ausbildungen (EFZ/EBA/PrA) für den ersten Arbeitsmarkt an.

Das Besondere: Die Auszubildenden erhalten neben dem Fachwissen auch Sozialkompetenz vermittelt – durch den täglichen Umgang mit den betreuten Angestellten.

«Das kann eine grosse persönliche Bereicherung sein», ist Gianreto Conrad, Leiter der ARBES, überzeugt. Jessica und Rachele haben sich daran jedenfalls schnell gewöhnt: «Natürlich kann man mit dem einen mal mehr oder weniger gut – wie im Privatleben eben auch.» Bei der ARBES lerne man die verschiedenen Persönlichkeitsausprägungen der betreuten Angestellten aber schnell kennen und schätzen, weil man Hand in Hand arbeite. «Sehr hilfreich ist es, dass die Aufgaben dabei klar verteilt sind», so die jungen Frauen.

Eine gute und attraktive Berufsbildung wird bei den PDGR seit langem grossgeschrieben.

Weil Jessica und Rachele regelmässig samstags im Einsatz sind, geniessen sie zum Beispiel Kompensationstage und eine zusätzliche Ferienwoche. Zudem erhalten sie jährlich einen finanziellen Zustupf für Lehrmaterialien sowie einen einmaligen Betrag für den persönlichen Laptop. Und auf den Lehrlingstag freuen sich die beiden besonders: Er findet einmal im Jahr bereichsübergreifend statt – ein Erlebnis mit viel Austausch, Spass und tollen Eindrücken.

Weitere Informationen zu einer Lehre bei den PDGR finden Sie hier.

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