Die Gerontopsychiatrische Tagesklinik (GTK) Ilanz ist eine ambulante Einrichtung, die schwerpunktmässig auf die Behandlung älterer Menschen ausgerichtet ist, welche unter einer psychischen Erkrankung oder Krise leiden. Unser Angebot ist auch auf die Bedürfnisse von Patienten mit Morbus Alzheimer oder einer anderen demenziellen Erkrankung ausgerichtet. In der angegliederten Memory-Klinik werden Demenzabklärungen durchgeführt.

Ältere Menschen sollen durch die Aktivierung verborgener Fähigkeiten besser im Alltag zu Recht kommen und zu einer höheren Lebenszufriedenheit finden.

Das Betreuungsteam der GTK unterstützt Patienten in ihren individuellen Bedürfnissen, damit sie weiterhin zu Hause mit Unterstützung ihrer Angehörigen leben können. Dabei werden die Angehörigen nach Bedarf fachlich beraten und angeleitet, damit sie in ihren Betreuungsaufgaben entlastet und den Alltag mit den erkrankten Menschen besser bewältigen können.

Die Patienten nehmen tageweise am Therapieprogramm der Tagesklinik teil und kehren abends in ihr gewohntes Umfeld zurück. Das GTK-Team stellt eine optimale Betreuungs- und Pflegequalität nach soziotherapeutischen Grundlagen zur Verfügung und richtet ihr Vorgehen nach der Case Management Methode aus.

Die Behandlung und Begleitung basiert auf individual-, gruppen-, milieu-, sowie psychotherapeutischen Behandlungsansätzen und schliesst medizinische, pflegerische, soziale und therapeutische Massnahmen ein. Das Behandlungsteam fördert die Selbständigkeit, sowie die Eigenverantwortung der Patienten in der Ausübung ihrer Lebensaktivität.

Eine Zuweisung für die GTK erfolgt über unsere Behandlungspartner (z.B. Hausarzt, Facharzt, Pro Senectute, Alzheimervereinigung), im Anschluss an eine stationäre Behandlung oder auf Eigeninitiative.

Die Behandlung in der Tagesklinik ist krankenkassenpflichtig. Die Abklärung mit der Krankenkasse übernimmt unsere Kundenadministration.

Die GTK Ilanz ist von Montag bis Freitag von 8.00 Uhr bis 16.00Uhr geöffnet und bietet Platz für fünf Patienten.

Die Patienten bewältigen die An- und Heimreise alleine. Wird Unterstützung benötigt, ist das GTK Team behilflich gemeinsam mit Spitexdiensten einen Fahrdienst zu organisieren oder den Weg von und zu der Postautohaltestelle in Ilanz gemeinsam zu bewältigen.

Jeden Freitag vom 14.00 bis 15.00 Uhr findet ein Infocafé statt. Mit dem Infocafé erhalten Interessierte die Möglichkeit, in ungezwungener Atmosphäre, unverbindlich die Tagesklinik und das Behandlungsteam kennenzulernen.

FAQ – Häufig gestellte Fragen

Wie helfen wir

Wir respektieren die Individualität und Würde eines jeden Menschen und begegnen unseren Patienten und ihren Angehörigen in der täglichen Arbeit mit Wertschätzung und Toleranz. Bei der Behandlung psychischer Krankheiten orientieren wir uns am aktuellen Stand der Wissenschaft. Dabei berücksichtigen wir die biologischen Faktoren, die psychische Verarbeitung und die Wechselbeziehung mit der sozialen Umwelt der Patienten.

Wir sind offen für klinisch wirksame komplementärmedizinische Methoden und ergänzen damit unser psychotherapeutisches Behandlungsangebot. Diese Aspekte fliessen im Sinne einer ganzheitlichen Betrachtung – Körper, Seele, Geist und Spiritualität – in die Behandlungsgrundsätze ein und werden von einem bereichsübergreifenden Team wahrgenommen.

Ihre Behandlung und Therapie orientiert sich am gemeinsam erarbeiteten Behandlungsplan und beinhaltet eine Auswahl aus den folgenden Therapieformen:

Aktivierungstherapie fördert und unterstützt die körperlichen, geistigen und sozialen Fähigkeiten. Je nach Krankheit und vorhandenen Interessen und Möglichkeiten wird die Therapie auf Sie oder die Patientengruppe abgestimmt. Das entsprechende therapeutische Mittel wird gezielt ausgewählt: musische, kognitive, gestalterische, lebenspraktische oder gesellige Aktivitäten wie zum Beispiel gemeinsames Kochen oder kreatives Gestalten sind Teil der interprofessionellen Gesamtbehandlung.

Sie sollen Abwechslung, Kontakte und Gemeinschaft erleben und Orientierung im Sinne einer Tages- und Wochenstruktur erhalten.

Mit bestimmten und einfachen Übungen werden wiederholte Entspannungserlebnisse gefördert. Dadurch werden Krankheitssymptome wie Anspannung und Nervosität, Kreisen negativer Gedanken und Impulsivität wirksam beeinflusst.

Progressive Muskelrelaxation

Die progressive Muskelrelaxation ist das systematische Trainieren von Anspannung und Entspannung von bestimmten Muskelgruppen. Der Entspannungszustand führt zu einer nervlichen Beruhigung und Erholung, ähnlich wie sie im Schlaf erfolgt. Diese Entspannungsmethode ist besonders für nervöse, unruhige Personen geeignet und bewirkt darüber hinaus ein verbessertes Körperbewusstsein und Körpergefühl.

Ziel der Ergotherapie ist es, der Krankheit entgegenzuwirken und Sie beim Erreichen, Verbessern sowie Erhalten grösstmöglicher Selbständigkeit in alltäglichen Verrichtungen wie Körperpflege, Essen, Fortbewegung, Kommunikation, Haushalt, Beruf, Schule und Freizeit zu unterstützen. Die Therapieschwerpunkte beinhalten das Erwerben, Trainieren und Verbessern von persönlichen Handlungsvoraussetzungen, das Anwenden und Einüben von Kompensationen und/oder Anpassen von Umgebungsfaktoren.

In einer Gruppentherapie werden Wissen zur Symptomatik der Erkrankung, die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten und die Rückfallprophylaxe strukturiert vermittelt. Das Ziel des Intensivprogrammes ist es, die Krankheit besser zu verstehen und lernen mit ihr umzugehen. Die Aufklärung über die Entstehung Ihrer Erkrankung bildet die Grundlage für die anschliessenden Behandlungsschritte.

Wir bieten spezifische Gruppentherapien für unterschiedliche psychiatrische Krankheitsbilder an.

Körperorientierte Therapien wie die Craniosacraltherapie, die Traditionelle Chinesische Medizin, die Psychosomatische Energetik, tiergestützte Therapie — vorwiegend mit Hunden, Teilkörpermassagen, Licht-, Phyto- (Heilpflanzen) und Orthomolekulartherapie (Mineralstoffe), Ohrakupunktur, Fussreflexzonenmassage und Wickel werden in Ihrem Behandlungsalltag als ergänzende Therapie eingesetzt.

Unsere Pflegefachpersonen unterstützen Sie bei der Ausübung von Alltagstätigkeiten. Es werden gemeinsame Aktivitäten geplant und in den Tagesablauf eingebunden. Durch gezieltes, auf Sie zugeschnittenes Training, werden auf Ihren Wunsch Unsicherheiten im sozialen Verhalten trainiert. Hobbys und vorhandene Ressourcen berücksichtigen wir dabei.

 

Die Psychoedukation ist eine offene störungsunspezifische Gruppe, die sich an aktuellen Themen von Ihnen orientiert. In der Gruppentherapie lernen Sie, sich in der Gruppe zu äussern, einen Standpunkt zu vertreten, andere Meinungen zuzulassen, zuzuhören, aufeinander einzugehen und Erfahrungen auszutauschen.

In dieser Gruppe werden Hintergründe zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen vermittelt. Krankheitsmodelle, Behandlungsansätze und Copingstrategien werden geschildert und durch eigene Erfahrungen der Patienten angereichert. Ziel ist, dass Sie Ihre Erkrankung besser verstehen und zu bewältigen lernen.

Atem- und Körpertherapie

Der Atem wird mit einfachen, wirksamen Übungen im Sitzen, Gehen oder Liegen belebt. Der Atemrhythmus wird ausgeglichen und die Atemkraft gestärkt. Dieses Verfahren dient dazu, bestimmte psychische Krankheitssymptome, wie Anspannung und Nervosität, Wahrnehmungsstörungen, muskuläre Verspannungen, Schmerzen und Müdigkeit günstig zu beeinflussen. Verschiedene Bereiche werden gestärkt: Empfindungsbewusstsein, Sammlungsvermögen, Hingabe und Achtsamkeit, die Selbstwahrnehmung von Gefühlen/Bedürfnissen, Gedanken, Bildern und Bewegungsimpulsen, Verbesserung der Tonusregulation, Verbesserung der Ausdrucks- und Kontaktfähigkeit, Stärkung der Atemkraft (Ich-Kraft) und damit das Selbstbewusstsein.

Yoga

Yoga gilt als der älteste überlieferte Erfahrungsweg, der von einem engen Zusammenhang von Körper, Seele und Geist ausgeht. Körperhaltung, Beweglichkeit und Kraft sowie auch geistige Fähigkeiten werden gestärkt. Die Prävention steht beim Yoga im Vordergrund. So haben Erfahrungen gezeigt, dass eine Stärkung des Hormon- und Nervensystems und der Verdauung bewirkt wird.

Sporttherapie

Körperliche Aktivität wirkt sich positiv auf den Körper und die Psyche aus. In der Sporttherapie wird durch ein vielseitiges Bewegungsangebot ein gesundheitlich orientiertes Verhalten gefördert und die Leistungsfähigkeit gesteigert.

Im Zentrum steht das Wiedererlangen und Fördern der Bewegungsfreude als Ressource zur Bewältigung von Belastungen und Krankheit.

Behandlungsablauf

Ihre Behandlung baut auf folgende Schritte auf:

Die Patienten werden durch Haus- oder Spitalärzte, Psychiater oder Angehörige angemeldet. Einzelne werden aus dem Diagnosegespräch der Memory Testung vermittelt. Ziel dieses Gespräches ist es, Erwartungen und Behandlungsauftrag zu klären, eventuell erste diagnostische Ergebnisse zu kommunizieren, über den Krankheitsverlauf zu informieren und Perspektiven zu besprechen.

Relevante Themen wie Sturzgefährdung, Reanimation, Umgang mit Medikamenten werden besprochen, sowie Hinweise auf Verlust von persönlichen Gegenstände bei desorientierten Patienten geben. Die Kontaktdaten der Angehörigen werden überprüft und ergänzt, sowie der Intervall des Informationsaustausches und der weiteren Standortgespräche geklärt und festgelegt.

Innert 3-5 Tagen nach Eintritt erstellt die Pflegefachperson zusammen mit dem Assistenzarzt den Behandlungsplan unter direktem Einbezug des Patienten. Die Anpassung des Behandlungsplans erfolgt durch die verantwortliche Person für die Fallführung (Arzt, Pflegefachperson oder Psychologe). An der Oberarztvisite wird der Behandlungsplan mit den Behandlungszielen regelmässig überprüft und allenfalls angepasst.

Die Bezugspflege ist eine Pflegeorganisationsform, sie definiert die Aufgaben / Haltung der Bezugsperson gegenüber dem Patienten, Angehörigen, internen und externen Instanzen. Jedem Patient werden beim Stationseintritt eine pflegerische Bezugsperson sowie eine Stellvertretung zugeteilt. Die Bezugsperson hat die Verantwortung für den individuellen Pflegeprozess, ihren Teil der Zielsetzung und Behandlungsplanung, die Durchführung der Pflegemassnahmen und die Verlaufsdokumentation. Dazu führt sie mit dem Patienten regelmässige Standortgespräche. Sie ist die vom Eintritt bis zum Austritt und der Nachbetreuung verantwortliche Ansprechperson auch für die Angehörigen und die nachbetreuenden Organisationen. Sie gewährleistet damit die pflegerische Kontinuität. Sie ist zuständig für eine zielgerichtete, der individuellen Situation angepasste und interdisziplinär abgesprochene Pflege.

Das Austrittsprocedere wird schon während der Behandlung frühzeitig mit dem Oberarzt geplant. Der Austrittstermin wird gemeinsam mit dem Patienten, den Angehörigen und der nachbetreuenden Organisation festgelegt. Das Erreichen der Behandlungsziele wird vom zuständigen Behandlungsteam gemeinsam mit dem Patienten ausgewertet. Die ambulante psychiatrische Nachbetreuung wird geregelt: Termine mit dem nachbehandelnden Psychiater, dem Hausarzt und falls erforderlich mit der Spitex oder einer anderen für die Nachbehandlung erforderlichen Institution werden vereinbart. Die Wohnsituation, Finanzen, Beschäftigung, Arbeit und Tagesstruktur werden vor dem Austritt geregelt. Die Behandlung des Patienten wird im gemeinsamen Gespräch abgeschlossen.

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